#1

Die berühmte Psyche...

in Mental & Physisch 14.06.2015 23:15
von edward • 2.393 Beiträge

Ein Dauerthema: warum, wieso, weshalb schiesse ich plötzlich vorbei? Ich möchte mich noch ein wenig mit Mark Laurel beschäftigen aber zuvor das alte Dilemma; lief doch gut bisher- und warum reißt nun der Faden? Große Frage ! Wer kennt dieses Problemchen nicht ?
Ich hatte mal erwähnt das wir uns ja viel mit der Schiesstechnik beschäftigen; auch ein Dauerthema. Obschon es villeicht sogar - mehr oder weniger - überflüssig ist. Wir wissen alle wie geschossen werden muß. Natürlich schleichen sich immer Fehler ein und hinter uns steht kein Trainer der uns zusammen staucht. Eventuell ein guter Freund der uns darauf aufmerksam macht: "Mensch, du hast an der Taube geklebt".
Ich finde diese Bemerkungen oft sehr hilfreich denn wir sind ja keine Profis.
Eine Sportsfreundin, eine gute Läuferin, versagte letzte Woche im Weitsprung. Meine Bemerkung: "Menschenskinder, warum bremst du denn vor dem Absprung? Antwort: "Weil ich gedacht habe". Die Antwort überraschte mich. Das kenne ich ja vom Wurfscheibenschiessen...dieses Denken.
Aber die Erklärung war einfach; Zu langer stressiger Arbeitstag. Und so geht es mir oft wenn ich eine lange Fahrt hinter mir habe. Eventuell ein Unfall auf der anderen Autobahnseite, ein Klüngelheini vor mir oder ein LKW an dem ich nicht vorbei komme usw. Ärgerlich
Wie schaltet man aber ab ?
Wahrscheinlich indem man einfach vergißt was war und sich nur einfach freut: Auf´s Schiessen, auf den Wettkampf, auf Freunde. Und sich vielleicht gegenüber allen Unangenhmen Haltung angewöhnt. Hört sich nicht sehr Expertenhaft an; der bin ich auch nicht. So stelle ich es mir aber vor.
Und einfach "plappernde Gedanken" im Kopf (die sich ja oft hartnäckig halten) einfach in die Wüste schicken. Da kommt dann das Mentale Training wieder zum Vorschein. Ist eben auch Training.
Irgentwo hatte ich mir mal notiert (weiß nicht mehr von wem):
Die Sportpsychologie als wissenschaftliche Disziplin untersucht die Ursachen und Wirkungen der psychischen Vorgänge und Erscheinungen, die sich beim Menschen vor, während und nach sportlicher Tätigkeit abspielen.
Ich fand die 3 Punkte "vor, während, danach" aufschlussreich. Vor dem Wettkampf...das kennen wir ja. Locker rein gehen.
Während....Kopf abschalten/Konzentration.
Danach...ja was kommt dann. Freude über gutes Abschneiden, Ärger und Frust über Fehler ?
Ich glaube das Ärger und Frust oft überwiegen.
Ist das ein Fehler der vermieden werde sollte bzw kann ?
Edward


be fair

zuletzt bearbeitet 14.06.2015 23:17 | nach oben springen

#2

RE: Die berühmte Psyche...

in Mental & Physisch 15.06.2015 17:04
von Gentleman • 1.535 Beiträge

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Ja, das stimmt Mentales Training sollte man nicht unterschätzen.
Es wird beim Schießsport sehr viel Wert auf Ausrüstung, Technik, Training etc. gelegt. Dabei wird das Mentale Training (=das Training im Kopf) sehr oft zu wenig oder gar nicht beachtet. Allerdings bietet das Mentale Training zum einen Hilfen zur Selbstregulation, zum anderen ist es mindestens eine Erweiterung und Festigung des Techniktraining. Es hilft die praktisch gelernte Technik deutlich besser zu verinnerlichen und was noch wichtiger ist: Es hilft gerade in stressigen Situationen einen Plan zur Hand zu haben, der uns sicher durch diese Situationen bringt.

Sei es die mangelnde Fähigkeit, eine hohe Erregung zu beherrschen, störende Gedanken zu verdrängen oder äußere Einflüsse abzuschirmen, Konzentrationsschwankungen zu vermeiden, Enttäuschungen über Fehlleistungen zu überwinden – all das und vieles mehr mach die individuelle Handlungsfähigkeit eines Schützen im Wettkampf aus.

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Beim Flintenschießen, wird zuviel theoretisiert und zu wenig geschossen.

zuletzt bearbeitet 15.06.2015 17:06 | nach oben springen

#3

RE: Die berühmte Psyche...

in Mental & Physisch 15.06.2015 22:51
von edward • 2.393 Beiträge

Das mentale Training nimmt mehr und mehr einen hohen Stellenwert ein. Im Profilager heute nicht mehr weg zu denken.
Es gibt neue Forschung ob mit Geistiger Vorstellungskraft (fast) das Ergebniss im angewanten Kraftsport (also Muskelaufbau) erreicht werden kann.
Das Heißt: Sitzen (muß nicht unbedingt der berühmte Schneidersitz sein) Augen zu und nur in der Vorstellung Gewichte stemmen.
Die Probanten die längere Zeit Gewichte stemmten bauten bis gut 25% Muskulatur auf. Aber....diejenigen die nur mentales Training tätigten konnten ihre Leistungsfähigkeit interessanterweise steigern ohne Muckis auf zu bauen. Die Erklärung ist noch nicht schlüssig. Aber offensichtlich leitet das Gehirn bei entsprechendem Training Signale an die Muskulatur. Eben Mental.
Es werden mit Sicherheit noch hochinteressante Erkenntnisse im Raum stehen.
Auch der techn. Ablauf - wie eben beim Schiessen wie du erwähntest - kann und muß im Kopf trainiert werden.
Bei älteren Menschen hat man das Gleichgewicht getestet. Einmal nur in der Vorstellungsktaft und einmal auf dem Wackelbrett.
Das Ergebniss war mehr als erstaunlich. Diejenigen die auf dem Wackelbrett trainierten waren kaum besser in ihrer Koordination als diejenigen die nur mental Trainierten.
Leider geht es oft nicht ohne den entsprechent qualifizierten Trainer. Ein unbeackertes Feld der Flintentrainer.
Edwad


be fair

zuletzt bearbeitet 08.01.2017 21:52 | nach oben springen


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