#1

Lederkünstler Rene´Berends

in Meine Lederarbeiten 13.11.2017 13:46
von edward • 2.389 Beiträge

Ein anstrengendes und arbeitsintensive 3 Tage habe ich hinter mir ( mal abgesehen von dem Bier Abends im " Wollnersaal ).
Mein Lederliefernt Florian Rickert mit seiner Frau organisierte ein Treffen zusammen mit dem international bekannten Lederkünstler und Täschner Rene´Berends ein tolles Seminar. 10 Lederhandwerker waren anwesend.
https://www.meinbezirk.at/krems/freizeit...r-d2121276.html
Von Florian habe ich einen kurze Vorstellung von dem Original Rene´Berends übernommen:
Wissenswertes zu René Berends
Seine Lehr- und Wanderjahre führten den gebürtigen Niederländer René Berends nach dem Abitur rund um die Welt, bis er sich 1978 in München und 2007 in Österreich nieder ließ.
Seine ersten Erfahrungen mit dem Naturprodukt Leder machte er in Australien und entschied sich für die künstlerische Gestaltung dieses aussergewöhnlich vielseitigen Materials.
Seine handwerkliche Ausbildung war rein autodidaktisch. Seine Kenntnisse und Fertigkeiten jedoch überzeugten selbst die bayrischen Behörden und so wurde er mit Sondergenehmigung zur Meister­prüfung im Feintäschnerhandwerk zugelassen, die er 1983 als Jahresbestmeister bestand.
René Berends setzt sich mit Leidenschaft sowohl für den Erhalt traditioneller wie auch für die Weiterentwicklung innovativer Verarbeitungstechniken und schöpferischer Gestaltung des Leders ein. Seine Arbeiten zeichnen sich durch die Verbindung von handwerklichem Können und Kreativität aus.
In zahlreichen Kursen hat er vielen Menschen die Bearbeitung des Leders näher gebracht oder ihre Kenntnisse erweitert.
Seine Fachkompetenz ist allgemein anerkannt und international gefragt und so führen ihn heute Einladungen als Dozent und Seminarleiter zu Ausstellungen und Konferenzen wieder rund um die Welt.
Ich habe eine ganz neue Technik mit nach Hause genommen: nicht das nähen einer Sattlernaht ( wie ich sie ja mache ) sonder das nähen mit einem Flechtriemen aus Kängeru Leder. Und das ist verdammt nicht nur einfach sondern auch harte Arbeit ( wie vieles im Lederhandwerk ).
Das flechten ist Kraftaufwand und ich war erstaunt mit welcher Begeisterung die weiblichen Lederhandwerkerinnen das den Tag mit 8-9 Std durch hielten; und auch die Vorbereitung der verschiedenen Lederteile erfordert ziemliche Kraft. Allein das Ausschärfen einzelner Teile sowie das Lochen der Schablonen und dann nach der Übertragung auf´s Leder das Lochen der Lederteile.
Weiter war für mich neu das einfärben von Leder - Wolkig bzw mit Schattierung.
Siehe Fotos.
IMG_1229 - Kopie.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) Rene´ beim Einfärben
IMG_20171111_110942.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Diese Taschen waren die Vorgabe von Rene
IMG_1231.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) Die recht komplizierte Unterseite der Aktentasche mit mehreren Innenfächer. Wie gesagt, nicht genäht sondern geflochten
IMG_1232.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) Das war mein Arbeits Platz. Vorn die Vorderseite der Tasche, dahinter der Boden und die beiden Seiten Teile.
IMG_1234.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) IMG_1236 - Kopie.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)IMG_1235.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) Das Vorderteil und so sieht die Flechtnadel mit dem Flechtband aus. Die Flechtnadel ist genial: Man schneidet das 3mm breite Band am Ende ca 1,5mm breit, an der Spitze ca 1/2 mm und dreht es in die Nadel hinnein. Die hat ein Innen Gewinde. Einfach genial So sieht meine Flechtnaht aus - nicht perfekt - dafür bekam ich einen Rüffel vom Meister
Das flechten ist die genialste Lederkunst ( neben dem Punzieren) die ich in meine Arbeit teils übernehmen werde. Und auch das färben.
Natürlich habe ich mir mit Florian seiner Frau noch ein Leder aus gesucht, eine Haut vom Wasserbüffel. Jetzt bin ich am Grübeln: mache ich eine Tasche oder ein Futteral daraus . Aber das flechten wird mit ein gebaut .
IMG_1237.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) EdwardIMG_20171110_143623.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

http://home.earthlink.net/~kenhale/lederguilde/lederG.html


be fair

zuletzt bearbeitet 13.11.2017 21:25 | nach oben springen

#2

RE: Lederkünstler Rene´Berends

in Meine Lederarbeiten 13.11.2017 16:20
von Gentleman • 1.534 Beiträge

Interessant, dann bin ich schon auf deine nächsten Arbeiten gespannt.


Beim Flintenschießen, wird zuviel theoretisiert und zu wenig geschossen.
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#3

RE: Lederkünstler Rene´Berends

in Meine Lederarbeiten 14.11.2017 19:44
von edward • 2.389 Beiträge

Eines möchte ich mal ganz gern erwähnen - wir hatten dieses Thema Abends beim Bier mit Rene`: wieviel darf eigentlich ein guter Lederkoffer/ Tasche o.ä. kosten ?
Billig kauft man zweimal - wissen wir. Geiz ist geil Wie geil ist das denn Und wir sind ja nicht blöd ???? Das ist der dämlichste Werbespruch von M.Markt und deshalb werde ich niemals den Laden betreten. Wer mit solch einem Spruch Werbung macht hält die Leute definitiv für blöd.
Zum Thema: Ich hatte mal einen Lederkoffer von mir angeboten - sehr sehr günstig. Da schrieb einer einen Kommentar: " Meinen Kunststoffkoffer habe ich für € 20 gekauft. Muß man nix zu sagen. Meiner ist dann nach Schweden gegangen.
In einem handmade Lederkoffer steckt Arbeit, nicht wenig. Und Können. Und das Leder und anderes Material ist verdammich teuer geworden.
Als ich im Frühjahr in Heathrow auf de Maschiene wartete habe ich mir die ganzen Luxus Artikel angeschaut. Und die Preise. Wow, sagenhaft.
Übrigens erzählte mir Rene` das er - als er in London arbeitet - Taschen von den berühmtesten Herstellern wie Hermes, Gucci, Vuitton und andere reparierte. Teils reparierte er nicht da es nix brachte. Die sehen super aus aber reparieren kann man an sich nur Taschen die Handgearbeitet sind ( abgesehen davon sind die EWIG haltbar).
Nun ja, zum Preis: Ich habe mal zwei Fotos gemacht um zu zeigen das schon das erstellen eines Musters bzw Schablone ein hoher und sehr präziser Aufwand ist. Jeder kleiner Fehler rächt sich. Für die Aktentasche sind 7 Schablonen nötig die sehr exakt auf´s Leder übertragen werden müssen.
IMG_1238.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)IMG_1239.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Nicht nur das die Schablonen exakt zugeschnitten und gelocht werden müssen - nicht auf den mm, nicht auf den 1/2 mm sondern exakt und gelocht werden muß genauso exakt - die Schablonen und das Lederstück. Das geht nur mit einem sehr guten Locheisen und einer sehr guten Lochzange. Für die 7 Schablonen habe ich schon gute 3 Std gebraucht.
Und das Lochen kostet Kraft. Auch das ausdünnen des Leders an bestimmten Stellen ist ein großer Kraftaufwand. Ein großes Risiko das Leder zu durchstechen / schneiden ist groß. Und das ist nicht wieder gut zu machen.
Rene`der auch für Harrods arbeitete erzählte mir das es sich nicht lohnte für das Geld. Die müssen einen Aufschlag von ca 300 - 500 % nehmen.
Tja, das Pflaster in London ist Sauteuer; die Kosten müssen irgentwie rein kommen.
Abgesehen davon, die Tasche die wir uns am Wochenende vorgenommen hatten sind 3 Tage arbeitet.
Da kann man sich ja debken was die kosten sollte.
Edward


be fair
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#4

RE: Lederkünstler Rene´Berends

in Meine Lederarbeiten 15.11.2017 12:08
von Gentleman • 1.534 Beiträge

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Qualität hat ihren Preis, dass ist klar. Nur leider lassen sich die Nobelhersteller ihre Arbeiten zu gut bezahlen. Das liegt zu einem am Prestige was die Stücke umgibt und zum anderen an der Kundschaft, Reichen Menschen fehlt manchmal der Bezug zum Geld. Oder wie kann man Futterale und Taschen jenseits der 1000 Euro begründen.

Wie viel kostet ein gutes Futteral wirklich? Oder ein schicker Ledergürtel, eine Ledertasche oder ein anderes schickes Lederaccessoire?
Die Vorweihnachstzeit ist fast schon prädestiniert, sich diese Frage einmal wieder zu stellen. Es scheint, dass in unserer Zeit, in der Geiz als geil gilt, das am schwersten wiegende Kaufkriterium der konkurrenzlos günstige Preis ist. Das Design spielt natürlich auch noch eine Rolle. Aber hey, was habe ich davon, eine super abgespacete Ledertasche für den Preis einer Tafel Schokolade ergattert zu haben, wenn dann 50% der Schützen meines Vereins mit genau demselben Teil aufwarten?

Ich möchte schon individuell sein, Handarbeit darf es auch ruhig sein, aber nicht um jeden Preis. Ich schätze ein vernünftiges Preis/Leistungsverhältnis und bin gerne bereit auch dafür etwas mehr zu bezahlen. Aber irgendwo sind auch Grenzen.

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Beim Flintenschießen, wird zuviel theoretisiert und zu wenig geschossen.
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